Georges Seurat: Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte (1884–1886)Die Blütezeit des Pointillismus fand zwischen 1889 und 1910 statt und verdankt seinen Namen dem Umstand,

daß die Bilder, die in diesem Stil gemalt wurden, aus unzähligen bunten Punkten bestehen.Erst aus der Ferne betrachtet erkennt man Motiv und Farbgebung, da das Auge die verschieden farbigen Punkte zu einer neuen Farbe zusammensetzt. Der Bildaufbau ist streng geometrisch und wirkt oft ornamental.
Der Maler Georges Seurat beschäftigte sich Anfang der 1880er Jahre intensiv mit diesem Malstil und den damals noch neuen Erkenntnissen zur Farblehre. Er studierte Phänomene wie die additive Farbmischung und den Simultankontrast, woraufhin er aus diesen gewonnen Erkenntnissen den neuen Malstil entwickelte. Dabei setzt man in regelmäßigen Abständen kleine Farbtupfen in reinen Farben direkt nebeneinander, ohne diese auf der Leinwand zu vermischen. Von Nahem betrachtet besteht so ein Bild nur aus vermeintlich willkürlich gesetzten, kunterbunten Pünktchen. Erst wenn man ein paar Schritte zurück geht, erkennt man aus einer bestimmten Entfernung den beabsichtigten Gesamt-Farbeindruck. Das Auge des Betrachters gestaltet also ganz automatisch die bunten Pünktchen zu neuen Farbflächen und Gestalten.
Als Georges Seurat im Jahre 1891starb, nahm Paul Signac seinen Platz als führender Theoretiker und Maler des Pointillismus ein.
Einer der wenigen deutschen Vertreter des Pointillismus war Paul Baum, der für seine Darstellungen von Landschaften in Flandern und den Niederlanden bekannt ist.

Foto: Georges Seurat: Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte (1884–1886) Georges Seurat, Public domain, via Wikimedia Commons