Joe Cocker

Geboren und aufgewachsen

„Joe“ Robert Cocker kam am 20. Mai 1944 als Sohn von Marge und Harold Cocker zur Welt. In seiner Geburtsstadt Sheffield wuchs er mit seinem drei Jahre älteren Bruder auf und ging dort zur Schule. Als er 16 Jahre alt war, brach er die Schule ab und begann eine Lehre als Gas- und Wasserinstalateur. Nach der Ausbildung arbeitete er bei den staatlichen Gaswerken „East Midlands Gas Board“.

Werdegang

Mit 15 spielte er Schlagzeug bei der Amateur – Band „The Cavaliers“, bei der er 1961 auch der Lead-Sänger wurde. Da sein Künstlername„Vance Arnold“ war, wurde die Band auch prompt in „Vance Arnold and the Avengers“ umbenannt. Regional war die Band recht erfolgreich, worauf sie  als Vorband für die „Hollies“ und „Rollings Stones“ gebucht wurde.

Mit der Band „Big Blues“ unterzeichnete 1963 Cocker einen Vertrag bei Decca Records und veröffentlichte seine erste Single mit dem Titel„I’ll Cry Instead“ (Lennon/McCartney)
Dann beendete er seine Installateurtätigkeit und gründete schließlich 1966 „The Grease Band “. Zum ersten Mal mit seiner Musik in die britischen Singlecharts schaffte er es 1968 mit dem Song „Marjorine, den er zusammen mit Chris Stainton komponierte. Der Song erreichte im Mai ’68 Platz 48.

Durchbruch

Der große Durchbruch gelang ihm dann Ende 1968 mit einer Coverversion des Liedes „With a Little Help from My Friends“(Beatles), Platz 1 in Groß Britannien, in Deutschland Platz 3. Im selben Jahr musste er eine 56-tägige US-Tournee absolvieren, obwohl er sich gerade von seiner Band getrennt hatte. Seine Manager ließen ihn auf zahlreichen Festivals auftreten, um ihn zu bewerben.
1969 eröffnete er den dritten Tag des Woodstock-Festivals. Seine gefühlvoll zappelnde und zuckende Gestik, während seines Auftritts, wurde von da an sein Markenzeichen. Beim Gitarrensolo von „With a Little Help from My Friends“ bildete er die Musik unbewusst mit Händen nach und prägte so die Bewegungsformen der Luftgitarre. Des weiteren  trat er 1969 in den USA in Ed Sullivans Fernsehshow auf.

Erfolge und Niederlagen

Der Großteil seiner weiteren Plattenerfolge waren Cover-Versionen wie She Came In Through the Bathroom Window, von den Beatles, oder The Letter von The Box Tops. Andere frühe Hits hatte Cocker mit Cry Me a River (1970), im Original 1955 von Julie London, Dave Masons Feelin’ Alright (1969/1972) und das von Billy Preston und Bruce Fisher geschriebene You Are so Beautiful (1974), die sich allesamt, teilweise als Live-Versionen, in den Top-40 der US-Billboard-Charts platzieren konnten.
Leon Russell war ein wichtiger Songwriter für Cocker der für ihn unter anderem den britischen Top-Ten-Hit Delta Lady (1969) komponierte. Er organisierte die als Mad Dogs & Englishmen bekannte Tournee bei der er  auch selbst als Gitarrist und Keyboarder zur Band gehörte. Während dieser 56-tägigen Tour quer durch die USA, spielte Cocker 1970 zusammen mit einer Big Band von 40 Musikern das gleichnamige Live-Album ein. Das Live-Album kam in Großbritannien bis auf Platz 16 der LP-Charts. Diese Tournee wurde auch verfilmt und kam mit demselben Titel in die Kinos.
Mit dem ebenfalls 1944 in Sheffield geborenen Bassisten Chris Stainton verfasste Cocker aber auch eigene Songs. Stainton war  Mitglied in früheren Bandprojekten von Cocker und gehörte zur Live-Formation beim Woodstock-Festival. Auf der Mad Dogs & Englishmen Tour war er bis einschließlich des 1972 erschienenen Albums Something to Say an nahezu allen Aufnahmen beteiligt. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden Lieder wie High Time We Went, Pardon Me Sir oder Woman to Woman sowie dessen Groove und markantes Piano-Riff.
Anfang der 1970er Jahre bekam Cocker Probleme mit den Drogen, die sich nicht besonders gut auf seine Musik und dessen Verkauf auswirkten. Nach seinen ersten Erfolgen hatte er bald wieder Geldprobleme. Lange Jahre nahm er nichts Neues auf, er musste permanent auf Tour gehen, um seine Rechnungen zahlen zu können. Psychische Probleme und ein Haftaufenthalt aufgrund von verschiedenen Straftaten (Drogendelikten und Körperverletzung) gestalteten sein Vorankommen eher mäßig.

1981 veröffentlichte er den Titel I’m So Glad I’m Standing Here Today und das Album Sheffield Steel (1982) in einer Kooperation mit den Crusaders. Dabei landete Cocker in den folgenden Jahren mehrere große Charts-Hits wie When The Night Comes, N’oubliez jamais, Unchain My Heart (von Bobby Sharp) oder Up Where We Belong im Duett mit Jennifer Warnes . Randy Newmans You Can Leave Your Hat On wurde in Cockers Version 1986 weltberühmt und wurde im Film 9½ Wochen gespielt.
Auch kam es 1987 zur Zusammenarbeit mit dem deutschen Rocksänger und Komponisten Klaus Lage sowie dem Sänger, Komponisten, Liedermacher und Texter Diether Dehm. Unter anderem entstand der Titelsong Now, That You’re Gone für die Kinoproduktion Zabou. 1988 durfte Cocker als einer von wenigen westlichen Musikern zweimal vor insgesamt 170.000 Menschen in der DDR auftreten, in Berlin und in Dresden. Cocker sang 1995 den Bier-Werbesong Sail Away (im Original von Hans Hartz) für die Brauerei Beck’s ein. Ausserdem trat er 1996 in der Fernsehproduktion Crossroads zusammen mit der Kelly Family auf. Wo er unter anderem den Song Up Where We Belong zusammen mit Kathy Kelly präsentierte.
Anlässlich des goldenen Thronjubiläums von Königin Elisabeth II., trat er zusammen mit Phil Collins und Brian May bei der Party at the Palace auf.
Am 16. Juni 2007 wurde Joe Cocker dann auch von Königin Elisabeth II. zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt sowie am 22. September 2007 im Rahmen des SWR3 New Pop Festivals für sein Lebenswerk mit dem „Pioneer of Pop“ ausgezeichnet. Im Film Across the Universe war Cocker in einer Nebenrolle als Tramp, Zuhälter und Hippie zu sehen.
2010 veröffentlichte er sein Album Hard Knocks welches auf Anhieb die Spitze der deutschen Charts erreichte. Am 2. Februar 2013 erhielt er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk.
Dem 2012 veröffentlichten Studioalbum Fire it up folgte eine lange Tournee, in den USA bis nach Europa. 25 Konzerte allein in Deutschland. Das am 22. April 2013 in der Kölner Lanxess Arena aufgezeichnete Konzert wurde später komplett auf CD und DVD unter dem Titel Fire it up Live veröffentlicht. Cockers letzter Live-Auftritt fand am 7. September 2013 auf der Freilichtbühne Loreley bei Sankt Goarshausen statt.

Privatleben
Am 11. Oktober 1987 heiratete Joe Cocker  Pam Baker, eine amerikanische Erzieherin die er 1979 kennenlernte. Er lebte danach recht zurückgezogen in Crawford, Colorado, auf seiner Ranch namens Mad Dog Ranch . Dort besaß er auch eine Eisdiele, die von seiner Frau geführt wurde. Mit ihr gründete er 1999 gemeinsam eine karitative Stiftung, die „Cocker Kids‘ Foundation“, die sich mit Sport-, Schul- und Kulturprojekten für Kinder, engagiert.

Cocker in einem ausführlichen Interview, mit Markus Kavka 2012 auf seiner Ranch:

Cocker und seine Frau Pam haben sich in die Landschaft verliebt und obwohl sie nur die Sommer dort verbringen wollten, blieben sie für immer. Sein Hobby waren seine Gewächshäuser für die Zucht von Tomaten und anderem Gemüse. Des weiteren hielt er dort afrikanische Rinder; die ihm an Arbeit doch zu viel wurden.

In der Nacht auf den 22. Dezember 2014, verstarb Joe Cocker in seinem Haus auf der „Mad Dog Ranch“ in Crawford, Colorado, an Lungenkrebs.

Auszeichnungen

1983: Grammy Award im Bereich Pop mit Jennifer Warnes. Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang mit dem Song „Up Where We Belong“.
1988 Nominierung: Grammy Award for Best Solo Rock Vocal Performance
1989/1990/1991 Nominierungen: Grammy Award for Best Male Rock Vocal Performance
1993 Nominierung: Brit Award Kategorie „British male solo artist“
1996: Goldene Kamera, Bester Musiker
Mojo: „Top 100 Singers Of All Time“, Rang 58, 1999
2007: Offizier, Order of the British Empire (OBE)
2007: SWR „Pioneers of Pop“-Award auf dem SWR3-New Pop Festival für sein Lebenswerk
2013: Die Goldene Kamera in der Kategorie „Musik Lebenswerk“
Nominierungen Echo: 1998, 1999, 2013, 2014
Rolling Stone: „Die 100 besten Sänger aller Zeiten“ (100 Greatest Singers of All Time), Rang 97, 2008

Studioalben

With a Little Help from My Friends, 1969 – Joe Cocker!, 1969 – Something to – Say, 1972 – I Can Stand a Little Rain, 1974 – Jamaica Say You Will, 1975 – Stingray, 1976 – Luxury You Can Afford, 1978 – Sheffield Steel, 1982 – Civilized Man, 1984 – Cocker, 1986 – Unchain My Heart, 1987 – One Night of – Sin, 1989 – Night Calls, 1991 – Have a Little Faith, 1994 – Organic, 1996 – Across from Midnight, 1997 – No Ordinary World, 1999 – Respect Yourself, 2002 – Heart & Soul, 2004 – Hymn for My Soul, 2007 – Hard Knocks, 2010 – Fire It Up, 201

Livealben

1970: Mad Dogs & Englishmen / 1976: Live in L.A. / 1977: Space Captain / 1981: Live in New York /1990: Joe Cocker live1995: Woodstock 1994 /1998: On Air / 2001: Standing Here – Live in Colorado / 2006: The Complete Fillmore East Concerts / 2013: Live at Montreux 1987 / 2013: Fire It Up – Live

Videoalben

1970: Woodstock / 1971: Joe Cocker, Mad Dogs & Englishman / 1986: Joe Cocker Music Video / 1990: A Tribute to John Lennon – live / 1992: Joe Cocker live / 1992: The Best of Joe Cocker live / 1994: Have a Little Faith / 1997: Across from Midnight Tour (Deutschland ’97) /2001: Joe Cocker in Concert  / 2002: Joe Cocker live / 2002: Party at the Palace / 2003: Joe Cocker / 2004: Joe Cocker live  / 2005: Feeling Alright / 2005: Respect Yourself live / 2005: Live at Montreux 1987 / 2008: Cry Me a River / 2010: Hard Knocks (Deluxe Edition) / 2013: Fire It Up – Live

Quelle: Wikipedia
Foto: Carl Lender
Video: ZDF über YouTube

Wolfgang von der Hocht

Autor: Wolfgang von der Hocht

Fotograf,Tontechniker, Sound- und Mediendesigner

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