PrinzessinnengruppeDie Bildhauerei oder auch „Bildhauerkunst“ ist eine Gattung der bildenden Kunst, bei der aus festen Stoffen,

wie Holz, Stein oder Metall dreidimensionale Bildwerke geschaffen werden. Bei allen dreidimensional gestaltetem Kunstwerken gibt es einen kleinen Unterschied: nämlich zwischen „Skulptur“ und „Plastik“. Eine Skulptur entsteht durch abschlagen oder wegschneiden von hartem, bestehenden Material. Viele Künstler behaupten ja, wenn man sie fragt, wie sie das gemacht haben, die Figur sei schon da gewesen, er habe nur das Material das zu viel war werggenommen und übrig blieb das Kunstwerk…
Eine Plastik dagegen entsteht durch „Antragen“ oder Auftragen von weichem Material und wird von innen nach außen aufgebaut und modelliert. Wobei der Begriff „Plastik“ nichts mit dem aus Erdöl gewonnenen Kunststoff zu tun hat, sondern im 18. Jahrhundert aus der französischen Sprache ins Deutsche entlehnt wurde. Das französische Wort „plastique“ bedeutet so viel wie „formbar“ und geht seinerseits auf das lateinische Wort „plastica“ zurück, welches für formende oder geformte Kunst verwendet wurde.
Die ältesten Zeugnisse bildhauerischer Kunst in Europa stammen aus der Steinzeit. Es sind kleine Werke aus Elfenbein, Knochen, Mineralien oder Ton und stellen hauptsächlich Tiere oder eindeutig weibliche Körper dar. Diese ersten kleinen Kunstwerke hatten meist Idolcharakter und wurden mit der Zeit immer größer.
Die frühen Hochkulturen der Ägypter, Römer und Griechen hauten fleißig Abbilder ihrer Götter und Könige in Stein und Marmor.
Spätere Herrscher ließen gerne überlebensgroße Statuen von sich selbst in Bronze gießen oder schmückten ihre Prachtalleen mit Reiterstandbildern und anderen Figuren.
Auch war es lange Zeit üblich die Innenräume und Fassaden von Kirchen und offizielle Gebäude mit Standbildern und Statuen zu schmücken und zu verzieren.
Die Darstellungen unterscheiden sich je nach Epoche, Zweck und Stilrichtung.
Heute, im Zeitalter der Industriealisierung kann sich jeder ein kleines oder auch größeres Kunstwerk seiner Wahl in den Garten stellen, im Wohnzimmer Staub einfangen lassen oder den Grabstein auf dem Friedhof eine persönlichere Note geben. Die Kunst verkommt nur allzu oft zum Kitsch bei der Unmenge an kleinen Skulptürchen und Plastiken aus Kunststoff oder anderen Gußmaterialien die in Fabriken jeden Tag tausendfach produziert und auf den Markt geworfen werden.
Wobei sich die Motive nur wenig verändert haben. Am liebsten stellen wir uns immer noch Figuren unserer Lieblingsgottheit aufs Fenstersims. Nur daß diese „Götter“ heute keine Abbilder mehr von Odin, Apoll, Osiris oder Jupiter sind, sondern Gartenzwerge, Engel, Feen, Drachen oder anderes Merchandising. Je nach dem, wofür wir uns gerade begeistern…

Text: Nadja von der Hocht

Foto: Alte Nationalgalerie, CC0, via Wikimedia Commons