Die großen blauen Pferde von Franz Marc (1911)Dem Expressionismus liegt der lateinische Begriff „expressio“ zugrunde, was „Ausdruck“ bedeutet. Die Anfänge

dieser künstlerischen Stilrichtung finden sich im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Expressionistische Maler möchten ein Erlebnis darstellen und zwar auf einer überwiegend expressiven Ebene.

Bilder, die dieser Stilrichtung zugeordnet werden, stehen ganz im Gegensatz zum Naturalismus, in der nur die sichtbare Wirklichkeit abgebildet wird. Expressionistische Motive strotzen vor abstrakten Ideen und müssen weder „schön“ noch sachlich sein. Die Künstler pflegen einen freien Umgang mit Form und Farbe, wobei die Farben selten gemischt und die Motive auf markante Formelemente reduziert wurden.
Expressionistische Maler versuchten also nicht, die Wirklichkeit möglichst detailgetreu wiederzugeben, sondern ihnen war es wichtig, Eindrücke und Gefühle zu vermitteln. Diese durften auch ganz subjektiv sein. Sie versuchten wiederzugeben, was sie beim Betrachten oder Erleben des gewählten Motives gefühlt hatten.
Der Expressionismus wird auch gerne als Protest der Künstler gegen die damals bestehende Ordnung und das Bürgertum bezeichnet.

Zu den Vertretern des Expressionismus zählen u.a.:
Fritz Ascher, Rüdiger Berlit, Peter August Böckstiegel, Otto Butterlin, Heinrich Dieckmann, Pranas Domšaitis, Paul Grunwaldt, Else Herzer, Willy Jaeckel, Ernst Ludwig Kirchner, Emmy Klinker, Carl Lohse, August Macke, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Wilhelm Morgner, Otto Mueller, Gabriele Münter, Fritz Neumann-Hegenberg, Emil Nolde, Constant Permeke, Karl Schmidt-Rottluff, Svavar Guðnason und Marianne von Werefkin.

Foto: Die großen blauen Pferde von Franz Marc (1911) Franz Marc, Public domain, via Wikimedia Commons