Der Begriff Funktionalismus wird in der Architektur und im Design verwendet und beschreibt das Zurücktreten

bzw. das Weglassen rein ästhetischer Gestaltungsprinzipien. Beim Funktionalismus bestimmt die Funktion die Form des Gebäudes oder des Gegenstandes den es zu designen gilt.
Der US-amerikanische Architekt Louis Sullivan vertrat sogar die Ansicht, daß sich aus der Funktionalität in Architektur und Design bereits zeitgemäße Schönheit entspringt. Es besteht daher kein Grund ein gut funktionierendes Gerät zusätzlich auch noch unsinnig zu verzieren, da es allein durch die Funktionalität schon „schön“ genug ist.
Ein gutes Beispiel um die Stilrichtung des Funktionalsimus´ zu erklären wäre die Türklinke. Natürlich kann man so eine Klinke aufwendig mit Schnörkeln verzieren. Das ist aber nicht nötig, damit sie funktioniert. Eine Türklinke kann auch durch vollkommen unglamouröse Schlichtheit begeistern, wenn man denn die Geradlinigkeit Schnörkeln, Bögen, Putz und Pomp vorzieht.
Eine nur einmal gebogene, gerade Klinke, eine erwachsene Hand breit und ein einfacher, glatter Türknauf erfüllen absolut alle Anforderungen, um eine Tür zu öffnen oder zu schließen. Da so eine Türklinke aber ein Gebrauchsgegenstand ist, den man mehrmals am Tag in der Hand hat, wünscht man sich seine Klinke vielleicht doch ein wenig gebogener, so daß sie sich der Hand, die sie umschließt, besser anschmiegt. Das ist beim Funktionalismus aber nicht erlaubt, was uns zeigt, daß Funktionalität nicht auch zwingend automatisch praktisch sein muß.

Foto: Christos Vittoratos, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons