Innenraum des Teatro ColónAls Theater bezeichnet man allgemein eine szenische Darstellung eines Geschehens auf der Bühne eines Theatergebäudes.

Die Akteure, beziehungsweise Darsteller auf der Bühne kommunizieren nicht nur untereinander sondern auch mit dem anwesenden Publikum. Sie erzählen eine fiktive Geschichte und verkörpern verschiedene Charaktere und das Publikum reagiert direkt meist emotional und lautstark auf das Gesehene und Gehörte. Man bekommt als Darsteller auf der Bühne also ein direktes Feedback vom Publikum für sein Spiel.
Das Theater lässt sich in vier klassische Sparten unterteilen:
Da wäre als erstes das Sprechtheater, besser bekannt als Schauspiel mit der allseits beliebten Komödie oder Tragödie, dann das Musiktheater, in dem man sich Opern, Operetten und Musicals zu Gemüte führen kann, das Tanztheater mit dem Ballett und das Figurentheater, wie das Marionetten- oder Schattentheater.
In all diesen Theaterformen werden die verschiedensten Künstler beschäftigt. Man braucht Schauspieler, Sänger, Tänzer, Musiker, Regisseure, Choreografen, Dirigenten und viele mehr.
Was das Schauspiel, den Gesang und den Tanz angeht, so ist es von Vorteil, wenn ein Schauspieler in allen drei Disziplinen bewandert ist, denn so mannigfaltig talentiert, bekommt er oder sie mit Sicherheit ein Engagement in einem der immer zahlreicher werdenden Musicals.

Es gibt auch Theater, in denen mehrere Sparten beheimatet sind. Diese nennt man Mehrspartentheater, von denen es aber leider nur noch wenige gibt. Die meisten Theaterhäuser spezialisieren und beschränken sich auf eine einzige Sparte.

Die Geschichte des Theaters lässt sich zurück verfolgen bis in die Frühzeit der Zivilisation. In der Steinzeit wurde getanzt und im alten Ägypten wurden religiöse Feste mit theatralen Elementen ausgeschmückt. Es waren die antiken Griechen, die für ihr Theater neue Grundsätze erfanden und somit das Theater erschufen, wie wir es heute kennen. Denn jetzt musste das Theater auch einen Zuschauerraum haben und der alte Aristoteles, gar nicht faul, begründete gleich mal die Theaterwissenschaft, weil er unter anderem bestimmte, daß Handlung, Ort und Zeit im Drama eine Einheit bilden sollten. Und so wurden eifrig Tragödien einstudiert und aufgeführt.
Die Römer griffen die Idee des Theaters von den Griechen begeistert auf und errichteten im gesamten Römischen Reich Theater und Arenen, die fleißig besucht wurden und deren berühmtester Vertreter, das große Kolosseum in Rom, zum größten Teil immer noch steht.Kolosseum in Rom
Später im Mittelalter wurden hauptsächlich von der Kirche organisierte Passionsspiele abgehalten. Es ging meist um Geschichten aus der Bibel oder über das Leben von Heiligen.
In der Renaissance entdeckte man die klassischen Tragödien wieder und schrieb neue Formen der Komödie.
Im Zeitalter des Barock wurde das Theater zum unverzichtbaren Element des prunkvollen Hoflebens und so manches gekrönte Haupt versuchte sich selbst mehr oder minder erfolgreich als Schauspieler auf der hofeigenen Bühne.

In den Großstädten entwickelte sich bald ein kommerzieller Theaterbetrieb und da der Andrang der Zuschauer immer größer wurde und nicht nur der Adel unterhalten werden wollte, wandelte sich das höfische Theater bald zum Volkstheater. Doch auch in einem Volkstheater wurden die Zuschauerräume lange Zeit so gestaltet, daß Ränge und Logen die Hierarchie der Gesellschaft abbildeten. Heute werden die Sitzreihen im Zuschauerraum vorrangig nach der Akustik ausgerichtet und nicht nach der gesellschaftlichen Stellung des Zuschauers, der darauf Platz nimmt.

 

Foto oben: Martin Bordagaray, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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