Gerard ButlerGanz egal, ob man ihn in eine Rüstung steckt und Schwert und Schild in die Hand drückt, ihm lange Zähne verpasst, goldenes Blut aus ihm heraus fließen lässt, oder sein apartes Gesicht hinter der halben Maske des Phantoms der Oper versteckt, Gerard Butler macht in jeder Rolle eine gute Figur.

Der britische, bzw. schottische Schauspieler mit irischen Wurzeln wurde am 13. November 1969 in Paisley, Schottland geboren. Sein voller Name lautet Gerard James Butler, aber seine Freunde dürfen ihn „Gerry“ nennen.
Gerard Butler wollte nicht immer Schauspieler werden. Nach der Schule begann er ein Jurastudium an der Universität Glasgow und war in dem Beruf auch sehr engagiert. Er wurde sogar zum Präsidenten der Vereinigung der Jurastudenten gewählt. Er machte seine Ausbildung in einer angesehenen Glasgower Anwaltskanzlei, wurde allerdings kurz vor Ende der Ausbildung entlassen, weil er zu oft fehlte. Zu dieser Zeit, in seinen Zwanzigern hatte Gerard Butler nämlich ein heftiges Alkoholproblem, was ihn schließlich seinen Job gekostet hat.
Nach dem Verlust seines Jobs, beschloss er, sein Leben zu ändern, zog nach London und hörte auf zu trinken und zwar konsequent. Er rührt bis heute keinen Tropfen mehr an.
Seine Schauspielkarriere begann ganz zufällig in einem Londoner Café, als er von dem britischen Dramatiker, Schauspieler und Regisseur Steven Berkoff angesprochen wurde und von ihm eine Bühnenrolle in dem Stück „Coriolanus“ angeboten bekam.   Seine erste Filmrolle hatte er 1997 als Archie Brown in „Ihre Majestät Mrs. Brown“ (Originaltitel: Mrs Brown).
Mit kleineren Rollen in Filmen wie „James Bond-der Morgen stirb nie“ (Originaltitel: Tomorrow Never Dies) oder „Talos – Die Mumie“ (Originaltitel: Tale oft he Mummy) ging es weiter.
Im Jahr 2000 hatte er dann seinen Durchbruch als Attila der Hunne in der gleichnamigen Miniserie, die, dank seines Hauptdarstellers, die zweithöchste Quote erreichte, die eine Mini-Serie je bekommen hatte. Und das, obwohl man zuerst die Hauptrolle lieber mit einem bekannteren Namen besetzen wollte.
Noch während der Dreharbeiten zu „Attila“ lief das Casting zu Wes Cravens „Dracula“, wo er sich ebenfalls die Hauptrolle sicherte. Und auch hier wollte man für die Rolle des allseits beliebten und oft kopierten Fürsten der Finsternis lieber einen bekannteren Darsteller engagieren … gut, daß sie es nicht gemacht haben.
Bald darauf folgten Filme wie „Die Herrschaft des Feuers“ (Reign of Fire) und „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ (Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life). Große Aufmerksamkeit erregte er bei Kinogängern wie bei Filmemachern in der Rolle des André Marek in der Kinoversion von Michael Crichtons Roman „Timeline“, in der er einen Archäologen spielt, der eine Zeitreise unternimmt, um einen in der Vergangenheit gestrandeten Kollegen zu retten.
Im Jahr 2004 überraschte er seine Fans, indem er in die Rolle des Phantoms in Andrew Lloyd Webbers filmischer Musical-Adaption „Phantom der Oper“ schlüpfte und eindrucksvoll bewies, daß er auch singen kann. Mit dieser Rolle kam auch der internationale Erfolg.
Für „Beowulf & Grendel“ nahm er 2005 wieder das Schwert in die Hand. Aber das war nur zum Aufwärmen für 2006. In dem Jahr drehte er „300“. Für die Warner Bros. – Produktion, basierend auf Frank Millers gleichnamiger Graphic Novel, absolvierte er das Training seines Lebens. Sieben Monate lang quälte er seinen Körper bis zum Äußersten um für König Leonidas den perfekten Spartaner abzugeben. Der König musste größer und stärker und definierter sein als alle anderen und so trainierte er sogar am Set im Kostüm in den Drehpausen - obwohl - für ihn gab es keine Pausen. Ein Schauspielkollege hielt seinen voluminösen, roten Umhang, während er am Boden Liegestütze machte oder seine Muskeln mit Hantel-Training aufpumpte, um für die nächste Szene vorbereitet zu sein. Sein knappes Kostümchen ließ auch wenig Raum für Phantasie: extrem enges Lederhöschen, Umhang, Stiefel (bzw. Sandalen) … das war´s auch schon. Dafür lenkte sein perfekt trainierter Körper ein wenig von dem zwar historisch exakten aber wenig ansprechenden griechischen Haarschnitt ab… 
Doch trotz der kurzen Haare wurde auch dieser Film ein großer Erfolg.
In den nächsten Jahren folgte ein bunter, filmischer Cocktail aus Thriller, Drama, Abenteuer-Film, Gangsterkomödie, Science-Fiction-Actionthriller und Historiendrama. Dazwischen glänzte er neben Katherine Heigel in „Die nackte Wahrheit“ (The Ugly Truth) und jagte als Kopfgeldjäger in „Der Cautions-Cop“ (The Bounty Hunter) Jennifer Aniston hinterher.
2013 wurde es dann wieder turbulent, als er sich in dem Action-Thriller „Olympus Has Fallen“ im Alleingang durchs Weiße Haus prügeln und ballern durfte um den Präsidenten nebst Sohnemann vor ambitionierten und technikbegabten Terroristen zu retten.
2016 besann er sich wieder auf alte Tugenden und griff als Ägyptischer Gott Seth in „Gods of Egypt“ erneut zum Schwert. Diesmal verkörperte er als Wüstengott, zuständig für Chaos und Verderben, den „Bad Guy“ und versuchte in blutigen Schlachten die Herrschaft über ganz Ägypten an sich zu reißen … aber irgendwie gelingt es einem nicht, ihm das Übel zu nehmen…
Im selben Jahr drehte er „London Has Fallen“, die actionreiche Fortsetzung zu  „Olympus Has Fallen“, in dem diesmal, wie der Titel schon vermuten lässt, die Britische Hauptstadt Schauplatz der allgemeinen Zerstörungswut ist.
Butler war weiterhin fleißig und drehte in den nächsten zwei Jahren einen spannenden Film nach dem anderen. Auf den Katastrophenfilm „Geostorm“ folgten “Criminal Squad” (Den of Thieves), „Keepers - die Leuchtturmwärter“ (The Vanishing) und der Actionthriller Hunter Killer, bevor er die „…Has-Fallen-Trilogie“ im Jahr 2019 mit „Angel Has Fallen“ abrundete.
Der Katastrophenfilm „Greenland“, den er 2020 drehte, ist sein bislang jüngstes Werk, daß sehr gute Kritiken bekam, aufgrund der Corona-Pandemie aber leider nicht sehr lange in den Kinos gezeigt werden konnte. Was nur ein weiterer Grund ist, seine heimische Videothek ganz dringend mit seinen Filmen zu vervollständigen.

 

Text: Naja von der Hocht

Foto:  Siebbi, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

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