Sibylle Berg ist eine sehr vielseitige und fleißige Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie kam am 02. Juni 1962 in der geschichtsträchtigen Stadt Weimar zur Welt und ist Verfasserin zahlreicher Romane, Essays, Theaterstücke, Kurzprosa, Hörspiele und Kolumnen.

Gleich nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Puppenspielerin. Später zog sie nach Hamburg und studierte dort Ozeanografie und Politikwissenschaften. Nebenbei jobbte sie außerdem in verschiedenen anderen Berufen wie Putzfrau, Gärtnerin, Sekretärin oder Vertreterin. Währenddessen fing sie an zu schreiben und arbeitete als Autorin für verschiedene Magazine.
1996 zog sie in die Schweiz. Sie lebt entweder in ihrer Lieblingsstadt Zürich oder zeitweise in ihrer Zweitheimat Tel Aviv, wo sie ihren Ehemann kennen gelernt hatte, den sie 2004 geheiratet hat.
2012 erhielt sie die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Sibylle Bergs erster Roman trägt den endlos langen Titel: „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“. Um ihn veröffentlichen zu können musste sie bei rund 50 Verlagen Klinken putzen, bis endlich einer an das Skript glaubte. 1997 veröffentlichte der Reclam-Verlag in Leipzig das Buch, das sich auch prompt hunderttausend Mal verkaufte. Ein Volltreffer für ein Erstlingswerk!
Es folgten zahlreiche weitere Romane, die bei verschiedenen Verlagen erschienen. Einige davon waren: „Der Mann schläft“, „Vielen Dank für das Leben“ und „Der Tag als meine Frau einen Mann fand“.
Zuletzt erschien 2019 bei Kiepenheuer & Witsch ihr bisher größter Bestsellererfolg:
„GRM. Brainfuck“, für den sie sogar mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde.
Aber sie schreibt nicht nur Romane. Man kann im „Spiegel Online“ ihre Kolumnen finden oder sich ein Theaterstück von ihr ansehen, für die sie sogar die Regie übernimmt. Außerdem gibt es von ihr Reisereportagen, Künstlerportraits und Glossen im Schweizer Magazin „Die Zeit“, die „Neue Züricher Zeitung“ oder „Die Presse“ zu lesen. Auch viele Texte der Songs, die die Schweizer Sängerin Sina vorträgt, flossen aus Sibylles Feder.
Seit 2013 arbeitet sie zusätzlich als Dozentin an der Züricher Hochschule der Künste. Sie hat einen Lehrauftrag im Fachbereich Dramaturgie.
Die Werke von Sibylle Berg wurden mittlerweile in 34 Sprachen übersetzt. Ihre Theaterstücke in 26 Sprachen.
Der deutsche Autor und Journalist Daniel Schreiber beschreibt Bergs Figuren als:
„prall gefüllt mit unerfüllbaren Sehnsüchten, in gruseligen Beziehungen lebend und mit unzulänglichen Körpern ausgestattet“, die sie „durch das Fitnessstudio des real existierenden Neoliberalismus jagte und erbarmungslos scheitern ließ“.
Seit dem Jahr 2000 sammelt sie Auszeichnungen. Darunter den Marburger Literaturpreis für „Amerika“, den Friedrich-Luft-Preis für „Und dann kam Mirna“, den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und zuletzt den Schweizer Buchpreis für ihr neuestes Werk: „GRM. Brainfuck“.
Wir sind gespannt und neugierig auf mehr…


Text: Nadja von der Hocht

Foto: Lesekreis, CC0, via Wikimedia Commons