Langes, dunkles Haar, Mittelscheitel und diese riesige, dunkle Brille, von der sie nach eigenen Angaben mittlerweile über einhundert verschiedene Ausführungen besitzt. So kennt und liebt man sie seit Jahrzehnten: Nana Mouskouri.

Die Haare waren mal länger, mal was kürzer, aber ansonsten ist sie ihrem Erscheinungsbild immer treu geblieben, denn so sieht sie auch heute noch aus mit über achtzig Jahren.
Die griechische Sängerin erblickte am 13. Oktober 1934 in Chania auf Kreta das Licht der Welt, wo ihr Vater in einem Kino als Filmvorführer arbeitete. Sie zog später gemeinsam mit ihrer älteren Schwester nach Athen, um dort am Athener Konservatorium zu studieren. Außer dem klassischen Gesang studierte sie zusätzlich Harmonielehre und Klavier. Außerdem interessierte sie sich sehr für Jazz, weshalb sie am Ende keine klassische Opernsängerin geworden ist.
Doch das war ganz gut so, denn so schenkte sie der Welt im Laufe ihrer bis heute andauernden Karriere mit über dreihundert Millionen verkauften Tonträgern ein gigantisches, vielseitiges, musikalisches Gesamtwerk.
Sie ist nach Madonna die erfolgreichste Sängerin weltweit, was sie nicht zuletzt ihrer großen Sprachbegabung zu verdanken hat, denn sie singt ihre Lieder und Chansons nicht nur auf Griechisch, Deutsch und Englisch, sondern auch auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch und sogar auf Russisch, Japanisch, Wallonisch und Hebräisch.
Über 300 Goldene, Platin und Diamantene Schallplatten nennt sie ihr Eigen und wurde 2015 mit dem ECHO für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Ihre Karriere begann 1958 als sie als Sängerin Mitglied in einem Quartett wurde, mit dem sie durch kleine Jazzclubs tingelte. Ihre Vorbilder waren Ella Fitzgerald, Billie Holiday und Frank Sinatra und doch wurde sie 1961 in Deutschland mit einem Schlager berühmt: „Weiße Rosen aus Athen“. Diesen Titel veröffentlichte sie in mehreren Sprachen und je nach Übersetzung ging es in dem Lied nicht immer um Rosen aus Athen…
In den 1970er Jahren arbeitete sie in Deutschland mit dem Liedermacher Rolf Zuckowski zusammen. „Guten Morgen Sonnenschein“ von 1977 zum Beispiel stammt aus dieser Zusammenarbeit. Aber es gibt auch noch andere schöne Titel von ihr in Deutsch: „Die Welt ist voll Licht“ von 1976 oder „Lieder die die Liebe schreibt“ von 1978 zählen dazu.
Sie hat bis heute nie aufgehört zu arbeiten und sich sonst auch nie, wie es viele Künstler gerne tun, aus irgendwelchen Gründen eine Auszeit genommen.
Regelmäßige Tourneen und unzählige Plattenveröffentlichungen machten aus der fleißigen Sängerin eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt. Es erscheinen immer noch jedes Jahr neue Aufnahmen von ihr. Und obwohl sie 2004 ihre Abschiedstournee ankündigte, die vier Jahre lang dauern sollte, in der sie die ganze Welt bereiste und im Sommer 2008 in Athen ihr großes Ende fand, will sie trotzdem für vereinzelte Konzerte und spezielle Events weiterhin auf der Bühne stehen.
Ihr jüngstes Album stammt aus dem Jahre 2018 und heißt „Forever Young“.
Im selben Jahr bekam sie einen weiteren Preis für ihr Lebenswerk: den Europäischen Kulturpreis Taurus und obwohl Nana Mouskouri am 13.Oktober 2019 bereits ihren 85. Geburtstag feierte, ist das kein Grund für sie in Rente zu gehen. Wir dürfen also auch weiterhin auf Lieder, Chansons und Alben von ihr hoffen.


Text: Nadja von der Hocht

Foto: Ron Kroon / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons